Über Bangladesch
→Berichte der Tagesschau (ARD)
Überbevölkerung und Gesundheit
Bangladesch ist das siebtbevölkerungsreichste Land auf der Erde und ist mit einer Bevölkerungsdichte von mehr als 1.000 Menschen je Quadratkilometer auch der am dichtesten besiedelte Flächenstaat der Welt. Zugleich
verfügt das Land über eine der geringsten Einkommensstrukturen. Viele Erwachsene und Kinder leben von der Hand in den Mund und müssen mit weniger als einem Euro am Tag auskommen.
Die Bevölkerungszahl steigt jedes Jahr um 2,1 Prozent und die Geburtenrate liegt bei 2,98 Prozent. Das führt zu einer extremen Überbevölkerung, was vor allem zu Zeiten der Überschwemmung zu einem folgereichen Problem wird.
Die Angst vor Epidemien ist in diesen Zeiten besonders groß, weil sich das Hochwasser mit verseuchten Abwässern und Fäkalien aus Kanälen vermischt. Die Zahl der Todesfälle steigt dann stetig. Die Menschen leiden an Durchfall, Gelbsucht, Lungenentzündung oder anderen Krankheiten. Nahrungsmittel, Trinkwasser und Medikamente sind knapp im Land und reichen nicht für alle Bedürftigen.
Dennoch ist schon die kleinste Hilfe hilfreich. Die Bangladesch-Hilfe Hamburg-Harburg von 2006 e. V. möchte genau da anknüpfen und sich mit den Menschen in Hamburg und Hamburg-Harburg für das Land stark machen.
Bildung für arbeitende Kinder
Die Kinder in Bangladesch müssen zum Überleben ihrer Familien beitragen - mit schwerster Kinderarbeit. Für sehr wenig Lohn schuften sie in Gerbereien, auf Baustellen und an Marktständen. Jobs als Haushaltshilfe, Näherin oder Müllsammler, bei denen die Kinder schwere
Handkarren ziehen müssen, mit ungesicherten Maschinen arbeiten oder giftige Dämpfe einatmen sind häufig monoton und gefährlich. Fast sieben Millionen Kinder müssen ihren Alltag tagaus, tagein bezwingen.
Den Kindern fehlt die Zeit und das Geld eine Schule zu besuchen und damit die Möglichkeit Bildung zu erhalten. Nur wer lesen und schreiben kann hat eine Chance besser bezahlte und weniger gesundheitsgefährdende Arbeit zu bekommen.
Bei regelmäßigem Unterricht können die Kinder oft zum ersten Mal in ihrem Leben erfahren, dass sie etwas wert sind und aus ihrem Leben etwas machen können. Neben der Bildung erhalten sie ein gesteigertes Selbstwertgefühl - nicht zuletzt, weil sie Freundschaften schließen können.
Auch für die Familie kann eine Schulbildung des Kindes von Vorteil sein. Die Kinder können ihren Eltern dabei helfen wichtige Formulare vorzulesen oder darauf achten, dass sie beim Einkaufen nicht übervorteilt werden.
UNICEF, die die Spendengelder erhalten, unterstützt in Bangladesch insgesamt 8.000 Lernzentren für arbeitende Kinder. In sechs Städten können 200.000 Kinder zwischen acht und 14 Jahren aufgenommen werden. Die Kinder lernen Lesen, Schreiben, Rechnen und Landeskunde, aber auch Themen des täglichen Lebens wie Gesundheit und Hygiene stehen auf dem Stundenplan. Die Jungen und Mädchen erhalten täglich zwei bis drei Stunden Unterricht, der vormittags oder nachmittags stattfindet. UNICEF selbst stellt das Schulmaterial und hilft bei der Lehrerausbildung. So erhalten die Kinder eine wichtige Grundausbildung neben dem Beruf und haben eine wichtige Grundlage für ihr ganzes Leben.
